BAIOSS Smart
Readiness
Indicator
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SRI mit BAIOSS berechnen ↗
Grundlagen · Stand: Juli 2026

Was ist der Smart Readiness Indicator?

Der SRI ist ein Bewertungsrahmen der Europäischen Union für die „Intelligenzfähigkeit“ von Gebäuden. Er misst, wie gut ein Gebäude seinen Betrieb an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen, Energie effizient einsetzen und auf Signale aus dem Stromnetz reagieren kann — das Ergebnis ist ein Prozentwert nach einer EU-weit einheitlichen Methodik.

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Woher der SRI kommt

Eingeführt wurde der SRI mit der Novelle der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) im Jahr 2018 (Richtlinie (EU) 2018/844, Artikel 8 und Anhang Ia). Die konkrete Bewertungsmethodik legte die EU-Kommission Ende 2020 in zwei Rechtsakten fest: Die Delegierte Verordnung (EU) 2020/2155 definiert den SRI und die gemeinsame Berechnungsmethode, die Durchführungsverordnung (EU) 2020/2156 regelt die Modalitäten der Umsetzung — darunter die freiwillige Testphase, an der die Mitgliedstaaten teilnehmen können. In der Neufassung der EPBD von 2024 (Richtlinie (EU) 2024/1275, Artikel 15 „Intelligenzfähigkeit von Gebäuden“) wurde der SRI bestätigt und mit einem konkreten Fahrplan versehen — dazu ausführlich die Seite Stand der Regulierung.

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Die drei Schlüsselfunktionalitäten

Der SRI bewertet Gebäudetechnik danach, was sie für drei übergeordnete Ziele leistet:

1 Energieeffizienz im Betrieb Kann das Gebäude seinen Energieeinsatz selbst optimieren, Verluste erkennen, den Betrieb an den tatsächlichen Bedarf anpassen?
2 Reaktion auf Nutzerbedürfnisse Passt sich das Gebäude an die Menschen an: Raumklima, Beleuchtung, Information und Kontrolle für die Nutzer?
3 Energieflexibilität und Netzdienlichkeit Kann das Gebäude auf Signale aus dem Stromnetz reagieren, Lasten verschieben, Speicher und Erzeugung einbinden?
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DOMAINS, IMPACTS, DIENSTE, FUNKTIONALITÄTSSTUFEN

Bewertet wird entlang von neun technischen Domains: Heizung, Kühlung, Trinkwarmwasser, Lüftung, Beleuchtung, dynamische Gebäudehülle, Elektrizität, Elektromobilität (Ladepunkte) sowie Monitoring und Steuerung. Jede Domain enthält definierte Dienste — insgesamt bis zu 54, etwa „Regelung der Wärmeabgabe“ oder „Erkennung von Fehlern in technischen Systemen“. Für jeden im Gebäude relevanten Dienst wird eine Funktionalitätsstufe von 0 (nicht smart / manuell) bis 4 (hochautomatisiert, vernetzt, vorausschauend) festgestellt. Die Stufen werden über sieben Wirkungskriterien gewichtet (u. a. Energieeffizienz, Komfort, Gesundheit und Wohlbefinden, Information für Nutzer, Energieflexibilität) und zu Domains-, Funktionalitäts- und Gesamtwerten verrechnet.

9 Domains Heizung, Lüftung, Beleuchtung …
bis 54 Dienste je Domain definiert
Stufe 0–4 je relevantem Dienst
Gewichtung über 7 Wirkungskriterien
SRI-Gesamtwert in %
Vom Einzeldienst zum Gesamtwert: Wie sich die SRI-Punktzahl zusammensetzt.

Die Gewichtung erfolgt über sieben Wirkungskriterien (Impacts). Sie beschreiben, worauf ein smarter Dienst einzahlt — von der Energieeffizienz bis zur Information der Nutzer:

1
Energieeffizienz Wie stark die Gebäudetechnik den Energieverbrauch im laufenden Betrieb senkt.
2
Energieflexibilität und Energiespeicherung Fähigkeit, Energiebezug und -abgabe an das Stromnetz anzupassen und Energie zwischenzuspeichern.
3
Komfort Beitrag zu angenehmen Innenraumbedingungen wie Temperatur, Beleuchtung und Luftqualität.
4
Bequemlichkeit Wie sehr die Technik den Betrieb für Nutzer und Betreiber vereinfacht und automatisiert.
5
Gesundheit, Wohlbefinden und Barrierefreiheit Wirkung auf Gesundheit, Wohlbefinden und die Zugänglichkeit des Gebäudes für alle Nutzer.
6
Wartung und Fehlervorhersage Erkennen und Vorhersagen von Störungen, um Ausfälle und unnötige Energieverluste zu vermeiden.
7
Informationen für die Gebäudenutzer Bereitstellung von Informationen, die bewussteres Verhalten und gezielte Steuerung ermöglichen.
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Methode A und Methode B

Methode A Vereinfachte Bewertung Reduzierter Dienstekatalog (rund die Hälfte der Dienste) — gedacht für kleinere oder technisch einfachere Gebäude und als Einstieg, teils auch als Selbsteinschätzung durchführbar.
Methode B Detaillierte Bewertung Voller Dienstekatalog durch eine qualifizierte Prüfung vor Ort — gedacht für größere Nichtwohngebäude mit komplexer Technik.

Welche Methode wofür zugelassen ist, legen die Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer Umsetzung fest.

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Wie aus Stufen eine Punktzahl wird

Ein vereinfachtes Beispiel: In der Domain Heizung ist die Wärmeabgabe je Raum einzeln automatisch geregelt (Stufe 2 von 4 für diesen Dienst), die Erzeugung läuft nach Außentemperatur (Stufe 1). Beide Dienste zahlen — unterschiedlich gewichtet — auf Wirkungskriterien wie Energieeffizienz und Komfort ein. So entsteht je Domain ein Erfüllungsgrad: erreichte Punkte im Verhältnis zu den maximal möglichen des Gebäudes.

Der Maximalwert richtet sich nach den im Gebäude tatsächlich relevanten Diensten – ein Gebäude ohne Kühlung wird nicht für fehlende Kühlungsdienste abgewertet. Der SRI bewertet somit, wie intelligent ein Gebäude im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten ist, und nicht die bloße Menge installierter Technik.
Ausgenommen sind Fälle, in denen ein Mitgliedstaat die verpflichtende Berücksichtigung und Bewertung einer bestimmten Domain vorschreibt.

Sie möchten die Logik am eigenen Gebäude nachvollziehen? In BAIOSS führen Sie eine vollständige SRI-Bewertung nach Methode A und B durch. SRI mit BAIOSS berechnen ↗
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Warum auf den SRI setzen?

Der SRI bietet ein standardisiertes Bewertungsmodell für die „Smartness“ bzw. „Intelligenzfähigkeit“ von Gebäuden — vor allem mit Blick auf die Gebäudetechnik. Durch die einheitliche Bewertungsmethodik wird es leichter, Gebäude miteinander zu vergleichen, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen und smarte Technologien breitenwirksam und zielführend im Gebäudesektor zu implementieren.

Vergleichbarkeit Eine einheitliche Methodik macht Gebäude und ganze Portfolios über Standorte und Ländergrenzen hinweg vergleichbar.
Entscheidungsgrundlage Der Erfüllungsgrad je Domain zeigt, wo Investitionen in Digitalisierung den größten Hebel haben.
Vorbereitung Wer die eigene Ausgangslage kennt, ist auf eine mögliche Pflicht für große Nichtwohngebäude ab 2027 vorbereitet.

Ist der SRI in jedem Land gleich? Die Methodik ist EU-weit einheitlich festgelegt, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Wie und in welchem Umfang der SRI eingesetzt wird, entscheiden jedoch die Mitgliedstaaten — dazu die Seite Stand der Regulierung.